Stamm Ordensritter

Oldies Wochenende 2018

Darlingerode vom 17. bis 19. August 2018

Text und Foto's : Petra und Axel

 

- Autofahrt nach Darlingerode in das Ferienhaus „Gustav-Lücke-Stift“ -

Merken Sie sich eines: Erlangen liegt nicht im Sauerland!

(Max Goldt/Foyer des Arts „Wissenswertes über Erlangen“ 1982)

Unwillkürlich kommt einem der Neue Deutsche Welle – Klassiker in den Sinn. Seit Anfang des Jahres drauf gefreut, dass die diesjährige Tour westlich von Hannover ans Wasser gehen würde, um dann noch ganz kurzfristig Darlingerode als Ziel präsentiert zu bekommen, welches aber nun so gar nicht am Steinhuder Meer liegt…

Gustav-Lücke-Stift

Darlingerode, staatlich anerkannter Erholungsort, gehört zur Verwaltungs-gemeinschaft Ilsenburg und liegt in einer Höhe von 260 - 300 m sehr idyllisch am Nordrand des Harzes, unmittelbar am Fuße des Brockens, zwischen Ilsenburg und Wernigerode (Sachsen-Anhalt). Dort erwarten uns Silvia & Spüli.

Haus
Ankunft am Ferienhaus

 

Denkt der ermattete Radwanderer danach allerdings, er könne nun bratwurstsatt die müden Beine hochlegen, und sich von den Strapazen der Anreise erholen, belehrt ihn die von Wusel vorbereitete TagesAbendordnung flugs eines Besseren.

Im Haupthaus nebenan ist ein Familientreffen - bei uns ja irgendwie auch sowas in der Art… Hier werden noch paar Punkte „abgearbeitet“, während man nebenan schon am Feuer sitzt und zur Gitarre greift. Unsere eigenen Versuche diesbezüglich sind heute eher zaghaft, außerdem müssen wir die Pausen der Nachbarn abwarten. Allerdings lässt das dort Dargebotene nachts um eins stark in der Qualität nach, was wohl zu einem Teil an der fortgeschrittenen Stunde und zum anderen möglicherweise am Alkoholkonsum liegt. Etwas ungewohnt, so etwas mal unbeteiligt und nach der Einschlafphase zu erleben.

Am Samstag, 18.08.2018, um 10:00 Uhr radeln wir den „Holtemme – Radweg“ Richtung Wernigerode in die Glasmanufaktur in Derenburg.

Holtemme ???

 

Startklar

Derenburg in der Glasmanufaktur

Um nicht allzu sehr aus dem Takt zu kommen – ein paar Kilometer haben wir ja noch vor uns – verzichten wir auf eine Führung und sehen uns nur ein wenig in der Ausstellung un den Verkaufsräumen um. (Dort kauft Sarah Glaskugeln und verstaut sie in Axels Fahrradtasche)

Nachdem wird den Verlockungen des weiteren Konsums – insbesondere in der ganzjährlich geöffneten Weihnachtsabteilung - erfolgreich widerstehen, haben wir uns die Einkehr im Café der Glasmanufaktur aber sowas von redlich verdient…

…und der dortige Wasserfall wird auch zum Fotoobjekt…

Gruppenbild mit Wasserfall

War es beim Losfahren noch schattig und bewölkt, scheint die Sonne nun doch ganz ordentlich. Nachdem alle verirrten Schäfchen eingesammelt sind, fahren wir weiter Richtung Halberstadt.

Manufaktur Derenburg
Schafe

 


Davon ausgehend, dass die von Löbbeckes schon nichts dagegen haben werden, lassen wir uns spontan auf dem Gelände von Gut Mahndorf nieder und es uns schmecken.

Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts wurde in vielen Reisebüchern Langenstein als einziges Höhlendorf in Europa bezeichnet. Krieg und Nachkriegszeit ließen dieses einmalige Relikt vergangener Zeiten verfallen und die Natur tat ihr Übriges. Nun sind die Höhlenwohnungen von Langenstein, bzw. ein kleiner Teil davon, wieder hergestellt und von Wildwuchs befreit.

Höhlenwohnungen Langenstein

An der Bergseite befinden sich die zum Teil etagenweise angelegten, in den Sandstein geschlagenen Kammern und Wohnungen. Eine sicher einmalige kulturelle Hinterlassenschaft, die einen Einblick und eine Vorstellung in das Leben des Mittelalters anschaulich vermittelt. Es wird angenommen, dass die Sandsteinhöhlen auf dem Langen Stein als Wohnungen für Burgbesatzungen geschaffen worden, was auf eine Entstehung im Hochmittelalter schließen lässt.

Gegenüber auf dem Schäferberg haben dann, nach alter Tradition, vor ca. 160 Jahren Langensteiner begonnen, sich Wohnungen in den Sandstein zu meißeln. Es waren Landarbeiterfamilien die wohnungslos waren und denen man Mitte des 19. Jahrhunderts sagte: „Schlagt euch Wohnungen in den Fels“ und sie taten es.

Höhlenwohnungen Langenstein

Die berechtigten Nachfragen von Dirk bezüglich des Hofcafés, wann wir denn nun dort hinfahren und wo es da überhaupt langgeht, werden geflissentlich überhört. Den ursprünglich geplanten Rückweg können wir auch nicht nehmen. Es herrscht immer noch erhöhte Waldbrandgefahr und da will man uns auf dem Weg zwischen den Bäumen nicht haben, vermutlich wegen der heißen Reifen… Also denselben Weg zurück, den wir gekommen sind. Und noch mal spontane Einkehr ins Café der Glasmanufaktur in Derenburg (liegt auch einfach zu verlockend an der Strecke). Tschuldigung, Hofcafé? Zumindest die Bedienung dort freut sich, uns nun bereits zum zweiten Mal zu sehen.

Gegen 18 Uhr sind alle wieder wohlbehalten in Darlingerode. Die Zeit drängt etwas, bereits für 19 Uhr ist der Tisch beim örtlichen Italiener reserviert. Uneinig über die Wahl der Anreise kommen wir in zwei Gruppen dort an. Nach klitzekleinen Startschwierigkeiten scheinen wir auch hier das Herz der Bedienung bald erobert zu haben. Zur Frage des Aufenthaltsorts einer ausgebüxten Schildkröte aus der Nachbarschaft können wir zwar keine sachdienlichen Hinweise geben, versprechen der Besitzerin aber, die Augen offen zu halten und uns zu melden, falls das Tier uns auf dem Rückweg überholen sollte.

Pizza

Zum Abschluss des Abends ist vor unserer Unterkunft mittels Kerzen auf dem Tisch und seltsamer Lichterscheinungen am Himmel für stimmungsvolles Ambiente gesorgt. Wir singen alte Kamellen, laut und schön, und Dank Chorerfahrung einiger Teilnehmer stellenweise sogar laut, schön und richtig. Gegen Mitternacht treibt uns dann aber plötzlich auftretende Nachtkühle ins Haus und bald in einen tiefen traumlosen Schlaf.

 

UFO

Die Harzer Schmalspurbahn dampft durch eine natürliche Berglandschaft mit Bachläufen zum höchsten Gipfel des Nordens. In Thale gondelt die Seilbahn wie ihr großes Vorbild in der eindrucksvollen Kulisse von Bodetal und Rosstrappe.

Spruch
Stangenwald mit Dusche

Anschließend besuchen wir auch den Bürgerpark, um verschiedene Gartenanlagen und Eis zu genießen.

Dann radeln wir zurück nach Darlingerode und verladen für die Heimfahrt die Räder auf den Anhänger von Michael und über die Harzstrecke fahren wir in Richtung Heimat.

Dank an Spüli & Silvia für die Planung, den Einkauf, an Michael für den Transport und an die, die teilnahmen fürs Dabeisein und auch für dies und das.

PS: Das Thema „Irrlichter“ am Nachthimmel über Darlingerode konnte leider nicht „geklärt“ werden. Ob nun Drohnen, Ufos oder Perseiden….
Der „Schmunzler“ war die Nachfrage von Sarah per WA, „ob Axel die Kugeln noch in seinem Sack hat“….

Herzlichst die Petra und der Axel     

 

 

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